Weimar

Reformation in Weimar

Die Verbindungen Martin Luthers zu Weimar sind enger als allgemein bekannt. Luther war zwischen 1518 und 1540 häufig in der Stadt. Als Quartier diente ihm unter anderem das Franziskanerkloster am Palais, woran heute eine Gedenktafel erinnert. Während seiner Besuche predigte Luther wiederholt in der Stadtkirche St. Peter und Paul – heute Bestandteil der UNESCO-Welterbeliste. Dort erinnert der von Lucas Cranach dem Jüngeren gemalte Dreiflügelalter, ein Hauptwerk für die bildliche Darstellung der lutherischen Lehre, an die Reformation.
​​​​​​​Luthers Landesherren wählten die Stadt 1513 als Nebensitz und 1531 als eine ihrer Hauptresidenzen. Im Gefolge von Kurfürst Johann und dem Nachfolger Johann Friedrich beriet Luther hier über die Durchsetzung der Reformation und nahm Instruktionen entgegen. Weimar besitzt eine Vielzahl hochrangiger Zeugnisse der reforma-torischen Bewegung: im Thüringischen Hauptstaatsarchiv liegen bedeutende Briefbestände Luthers und seiner Mitstreiter. Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek und die Kunstsammlung der Klassik Stiftung Weimar verwahrend tausende Grafiken und Drucke der Zeit auf.

Eine kritische Gesamtausgabe seiner Werke erschien erstmals zu Luthers 400. Geburtstag – bis heutige liegen 127 Bände vor. Lange Jahre wurde diese Monumentaledition im Verlag Hermann Böhlau im heutigen Stadtarchiv gedruckt, weshalb man auch von der „Weimarer Ausgabe“ spricht.
 


Bildlizenzen: Goethe- und Schiller-Denkmal und Herderplatz mit Stadtkirche, ©weimar GmbH, T. Müller; Luther-Bibel, ©Klassik Stiftung Weimar; Luther-Tafel, ©weimar GmbH, R. Kallenbach; Rokokosaal Herzogin Anna Amalia Bibliothek, ©weimar GmbH, A. Burzik; Frauenplan, ©weimar GmbH, T. Müller; Stadtkirche Innenansicht, ©M. Schuck; Stadtkirche St. Peter und Paul, ©weimar GmbH, M. Schuck; Stadtschloss, ©weimar GmbH, L. Klingele


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